Biografie

„Starke Stimme, starker Sound: Ganna Gryniva und Dykyi Lys“
Matthias Wegner, Deutschlandfunk Kultur
Mit Dynamik, persönlicher Präsenz und einigen elektronischen Vignetten sprechen Ganna Gryniva und ihre Band verschiedene musikalische Geschmäcker an. Ihre stilistisch offenen Songs beziehen teilweise traditionelle ukrainische Einflüsse ein; Grynivas variable Stimme, ihre Melodieführung, Phrasierungen und Improvisationen verweisen aber eindeutig auf zeitgenössischen Jazz. Getragen von einer spielfreudigen Band, in der besonders Pianist Povel Widestrands interessante Begleitungen und Soli sowie Musina Ebobissés warmes Timbre und pointierte Tongebung auf dem Tenor-Saxophon Akzente setzen. Vocal-Jazz mit vielen Farben und Gewürzen.
Norbert Krampf, freier Journalist für FAZ u.a.

GANNA – Ethnic Jazz Ensemble from Berlin


Ganna Gryniva – Kompositionen, Gesang
Musina Ebobissé – Tenorsaxophon
Povel Widestrand – Klavier
Tom Berkmann – Kontrabass
Mathias Ruppnig – Schlagzeug

Ganna stammt aus einem 375-Seelen-Dörfchen in der Nähe der ukrainischen Hauptstadt Kyiv. Natur, soweit das Auge und die Gedanken reichen. Als sie 2013 nach Berlin kam, war das ein Schock. Oder, wie sie es ausdrückt, „eine Herausforderung für jemanden wie mich, der Stille mag. Nach und nach fand ich die stillen Orte in Berlin und sehe die Stadt jetzt ganz anders. Ich habe mich angepasst. Das haben die Füchse, die immer wieder durch Berlin streunen, auch. Sie schaffen es, hier zu leben. Dennoch sind sie wilde Tiere und werden es immer bleiben.“

Wild, anpassungs- und überlebensfähig, das tun, wonach ihr gerade der Sinn steht und was sie am besten kann, sympathisch stur, zielstrebig und klug – das ist Ganna Gryniva. Sie ist die 84. Protagonistin der international geschätzten Talente-Startrampe der Jazz thing Next Generation, die zusammen mit dem Label Double Moon Records das Debütalbum „Dykyi Lys“ („Wilder Fuchs“ aus dem Ukrainischen) ihres Quintetts GANNA herausbringt.

Als Sängerin, Komponistin, Pianistin, Bandleaderin, Side-Woman, interdisziplinäre Performance- und freie Improvisationskünstlerin mit Lebens- und Schaffensschwerpunkt in der deutschen Hauptstadt sucht Ganna ihre eigene Stimme nicht ausschließlich mit dem Werkzeugkasten der Musik. Sie verbindet auf raffinierte Weise verschiedene Sinneswelten vom Jazz über ukrainischen Folk bis hin zu klassischer und experimenteller Musik und Tanz.

Stets authentisch bleiben, keine Rollen spielen: So lautet ihre oberste Prämisse. „Der Text, die Musik, die Geschichte und die Stimmung müssen für mich harmonieren.“ Es scheint, dass sie ständig nach neuen Facetten sucht, die ihr Gesamtbild der Welt erweitern. Der Raum für Forschung und Experimente ist das nach ihr benannte Quintett – GANNA. Dazu gehören Tenorsaxophonist Musina Ebobissé – selbst vor einem Jahr die Nummer 79 der Jazz thing Next Generation – Pianist Povel Widestrand, Bassist Tom Berkmann und Drummer Mathias Ruppnig.

Die Füchsin und ihr Rudel: Mit „Dykyi Lys“ schicken sie sich an, ihr bisheriges Revier zu vergrößern. Denn Künstler*innen wie Ganna brauchen Platz, um ihre ganz persönliche Freiheit ausleben zu können.

Reinhard Koechl, Jazz Thing (2020)

„…Es ist wirklich überzeugend, wie hier eine Stimme geboten wird, die zwischen Jazz und Folk eine sehr individuelle Stellung einnimmt, ich halte Ganna für eine sehr wichtige Entdeckung. Und zusammen sind sie alle wirklich umwerfend und für mich unglaublich frisch und leidenschaftlich in ihrer Musik, die einfach nur strahlt zwischen den Elementen Ruhe, Aufbruch, Dahingleiten und Zufriedenheit…“
Wolfgang Giese für „Musik an sich“